Bücher für legasthene Kinder

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OpenDyslexic, Andika Basic und Lexia Readable sind einige der Schriftarten, die speziell für die Bedürfnisse von Leseanfängern und/oder legasthenen Menschen entwickelt wurden. Diese Schriftarten stehen im Internet kostenlos zur Verfügung. Sassoon, Dyslexie und Sylexiad dagegen sind kommerzielle Fonts. Schließlich gibt es spezielle Fonts, die nur einigen Verlagen zur Verfügung stehen. Read Regular wurde von Natascha Frensch entwickelt. Jeder Buchstabe hat seine eigene Form. Daher gibt es keine gespiegelten Buchstaben. Die Rechte dieses Fonts liegen beim niederländischen Verlag Zwijsen. Die niederländischsprachigen Kinder profitieren davon, denn Zwijsen hat eine eigene Bücherreihe mit Geschichten, die zwar einfach gehalten sind, aber an der Erlebniswelt (auch älterer) legasthener Kinder anschließen.
Ein ähnliches Programm hat der englische Verlag Barrington Stoke. Die Bücher für legasthene Kinder sind von Anfang bis Ende durchdacht. Das Papier ist cremefarben und etwas dicker, so dass nichts von der anderen Seite durchschimmert. Barrington Stoke benutzt auch eine eigens entwickelte legasthenfreundliche Schriftart. Der Abstand zwischen den Buchstaben ist etwas weiter. Auch inhaltlich sind die Bücher nicht dem Leseniveau der Kinder, sondern dem Alter der Kinder angepasst. Denn der Verlag ist der Meinung, dass kein Kind, das Probleme mit dem Lesen hat, Bücher lesen soll, die inhaltlich für viel jüngere Kinder sind. So überzeugt das Programm beider Verlage durch Abwechslung und Vielfältigkeit. Da kommen legasthene (und natürlich auch nicht-legasthene) Kinder auf ihre Kosten.
Im deutschsprachigen Raum gibt es nichts dergleichen. Es gibt Bücher für Lese-Anfänger und Bücher mit farbigen Silben. Allerdings sind diese Bücher alle in der Fibelschrift. Dass diese Schrift weder für Lese-Anfänger noch für legasthene Kinder geeignet ist, haben wir bereits erörtert. Abgesehen von der „Timo und Mara„-Reihe von Birgit Sommer oder den „Lies Mal„-Heften des Jandorfverlags haben wir sonst keine Bücher gefunden, die wirklich für Lese-Anfänger und noch weniger für legasthene Kinder geeignet sind. Sprachlich sind die sogenannten Erstleserbücher viel zu schwierig, inhaltlich sind sie für ältere legasthene Kinder völlig ungeeignet. Das ist eine Marktlücke und wir hoffen, dass sich das ändern wird, so dass auch deutschsprachige legasthene Kinder gute Bücher lesen können.

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