Veranstaltung: 25. Mai 2013 – EÖDL Fachtagung

23. März 2013 – 15:48

Fachtagung Legasthenie 2013

Am 25. Mai 2013 findet ab 8:15 im Audi Max (HS 401) der Universität in Salzburg auf der Naturwissenschaftlichen Fakultät in A-5020 Salzburg, Hellbrunnerstr. 34, die 19. Fachtagung für diplomierte Legasthenie- & DyskalkulietrainerInnen und für in Ausbildung befindliche TeilnehmerInnen statt.

Das Programm

  • 8.15 Registrierung
  • 8.45 Begrüßung
  • 9.00 Mario Engel – EÖDL Vorstandsmitglied, Kärnten, DVLD Vorstandsvorsitzender:
    „Technische Tipps und Tricks zum AFS-Testverfahren und Novitäten 2013”
  • 9.30 Dr. Astrid Kopp-Duller – EÖDL Präsidentin, Kärnten, USA & Mag. Livia R. Pailer-Duller – EÖDL Vorstandsmitglied, Kärnten:
    „Legasthenie und Fremdsprache Englisch – Traning nach der AFS-Methode”
  • 10.00 Pause
  • 10.15 Prof. Dr. Burkhart Fischer – Universität Freiburg, Hirnforschung, Blicklabor, Ba.-Wü.
    „Wenn Bildung schon am Lesen und Schreiben scheitert. Die Bedeutung von Wahrnehmungs-, Blickfunktionen bei LRS”
  • 11.15 Lic. Stephany Koujou – DVLD stellv. Vorstandsvorsitzende,
    Legasthenie- & Dyskalkulietrainerin, Bayern
    „Lesen (neu) erlernen mit Neufeld – Leseprogramm für legasthene Kinder“
  • 11.45 Silvia Luger-Linke – Legasthenie- & Dyskalkulietrainerin, Buchautorin, Oberösterreich
    „Im Wald kann man mit allem Rechnen“
  • 12.15 Mittagspause
  • 12.45 Ehrung der AbsolventInnen 2012/13
  • 13.15 Dr. Iris Ludwig – Pädagogin, Legasthenie- & Dyskalkulietrainerin, Buchautorin, Kärnten
    „Die Bedeutsamkeit der Ernährung auf die schulischen Leistungen und die Aufmerksamkeitssteigerung“
  • 13.45 „Legasthenie-Berichte aus aller Welt” von Jasmina Ionkova Bulgarien, Marget Zaman Bangladesch und Roswitha Edwards Hong Kong.
  • 14.00 Dipl.Psych. Dr. Jürgen Hoffmann – Legasthenie- & Dyskalkulietrainer, Namibia
    „Die Förderung legasthener Kinder in Namibia – Ein ganzheitlicher Ansatz”
  • 14.30 Pause
  • 14.45 Ursula Günster - Legasthenie- & Dyskalkulietrainerin, Niedersachsen
    „Die viel zu (un) aufmerksamen Kinder – AD(H)S- Kinder in der LRS-Förderung, eine Herausforderung für Trainer/innen“
  • 15.15 Christine Schwaiger – Legasthenie- & Dyskalkulietrainerin, Bayern
    „Lebendiges Legasthenietraining am PC“
  • 15.45 Dachverband Legasthenie Deutschland 16. Mitgliederversammlung

Wir laden alle AbsolventInnen und auch StudentInnen recht herzlich zu dieser sehr interessanten und kostenlosen Fachtagung ein. Um Voranmeldung im Kundencenter bzw. via Email wird dringend gebeten.

Das Programm als PDF-Datei.


Schriftart: ABeeZee

17. Mai 2013 – 03:00

Schriftart, Font, Legasthenie, Lesen, Schreiben, Unterricht, Arbeitsblatt, Lehrer, Schule, Eltern, Kinder, Hilfe, Google Webfont, ABeeZee

Als wir vor kurzem die vorinstallierten Fonts genauer unter die Lupe nahmen, stellten wir fest, dass von diesen Fonts nur die Schriftart “Comic Sans” für den Einsatz mit Leseanfängern und legasthenen Kindern geeignet sei. Allerdings wird der Comic Sans als unseriös gesehen. Nun haben wir zwischen den Google Webfonts eine kleine Perle entdeckt: ABeeZee. ABeeZee ist eine serifenlose Schriftart, die auch für Leseanfänger entwickelt wurde. Es gibt sie als normal und kursiv. ABeeZee entspricht allen Kriterien einer Schriftart, die für legasthene Menschen geeignet ist:

  • Alle Buchstaben haben ihre eigene Form. “b” und “d” sowie “p” und “q” sind keine Spiegelung voneinander.
  • Die Ober- und Unterlängen sind etwas länger, so dass die Buchstaben gut unterschieden werden können.
  • Die Schriftart ist frei verfügbar. ABeeZee gehört zu den Google Webfonts, d.h. dass der Font Open Source ist und sogar geändert werden kann. Diese Fonts können auch in Websites eingebettet werden.
  • Rundes Fibel-a

Die Andika Basic wurde auch für Leseanfänger entwickelt. Aber während die Andika Basic manchmal etwas unruhig oder in manchen Programmen unregelmäßig wirkt, konnten wir dieses Problem bei AbeeZee nicht feststellen.

Fazit: Ein schöner Font, nicht nur für Arbeits- und Leseblätter.

DOWNLOAD

Mehr Information zu ABeeZee

Lesen Sie auch:

 


Bücher für legasthene Kinder

10. Mai 2013 – 03:00

Lesen, Kinder, Bücher, Eltern, Verlag, Legasthenie, Schriftart, Font, Hilfe

OpenDyslexic, Andika Basic und Lexia Readable sind einige der Schriftarten, die speziell für die Bedürfnisse von Leseanfängern und/oder legasthenen Menschen entwickelt wurden. Diese Schriftarten stehen im Internet kostenlos zur Verfügung. Sassoon, Dyslexie und Sylexiad dagegen sind kommerzielle Fonts. Schließlich gibt es spezielle Fonts, die nur einigen Verlagen zur Verfügung stehen. Read Regular wurde von Natascha Frensch entwickelt. Jeder Buchstabe hat seine eigene Form. Daher gibt es keine gespiegelten Buchstaben. Die Rechte dieses Fonts liegen beim niederländischen Verlag Zwijsen. Die niederländischsprachigen Kinder profitieren davon, denn Zwijsen hat eine eigene Bücherreihe mit Geschichten, die zwar einfach gehalten sind, aber an der Erlebniswelt (auch älterer) legasthener Kinder anschließen.
Ein ähnliches Programm hat der englische Verlag Barrington Stoke. Die Bücher für legasthene Kinder sind von Anfang bis Ende durchdacht. Das Papier ist cremefarben und etwas dicker, so dass nichts von der anderen Seite durchschimmert. Barrington Stoke benutzt auch eine eigens entwickelte legasthenfreundliche Schriftart. Der Abstand zwischen den Buchstaben ist etwas weiter. Auch inhaltlich sind die Bücher nicht dem Leseniveau der Kinder, sondern dem Alter der Kinder angepasst. Denn der Verlag ist der Meinung, dass kein Kind, das Probleme mit dem Lesen hat, Bücher lesen soll, die inhaltlich für viel jüngere Kinder sind. So überzeugt das Programm beider Verlage durch Abwechslung und Vielfältigkeit. Da kommen legasthene (und natürlich auch nicht-legasthene) Kinder auf ihre Kosten.
Im deutschsprachigen Raum gibt es nichts dergleichen. Es gibt Bücher für Lese-Anfänger und Bücher mit farbigen Silben. Allerdings sind diese Bücher alle in der Fibelschrift. Dass diese Schrift weder für Lese-Anfänger noch für legasthene Kinder geeignet ist, haben wir bereits erörtert. Abgesehen von der “Timo und Mara“-Reihe von Birgit Sommer oder den “Lies Mal“-Heften des Jandorfverlags haben wir sonst keine Bücher gefunden, die wirklich für Lese-Anfänger und noch weniger für legasthene Kinder geeignet sind. Sprachlich sind die sogenannten Erstleserbücher viel zu schwierig, inhaltlich sind sie für ältere legasthene Kinder völlig ungeeignet. Das ist eine Marktlücke und wir hoffen, dass sich das ändern wird, so dass auch deutschsprachige legasthene Kinder gute Bücher lesen können.

Lesen Sie auch:

 

 


Computer legasthenfreundlich

3. Mai 2013 – 02:00

Computer, Webseite, Internet, Email, eBook, eReader, Tablet, Legasthenie, Lesen, Lesbarkeit, Font, Schriftart, Hilfe

In den vergangenen Wochen haben wir verschiedene Schriftarten vorgestellt, die speziell für legasthene Menschen entwickelt wurden. Letzte Woche haben wir gezeigt, wie man mit einigen einfachen Tipps den Unterricht legasthenfreundlicher gestalten kann. Heute möchten wir auf die Lesbarkeit von Webseiten und Emails eingehen. Untersuchungen haben gezeigt, dass man am Computer bis zu 25% langsamer liest. Von daher ist eine gute Lesbarkeit der Webseite sehr wichtig. Einige Tipps für Gestalter von Webseiten:

  • Die Navigation sollte einfach sein. Eine Sitemap ist hilfreich.
  • Verwenden Sie Bilder und Grafiken abwechselnd mit Text. Beachten Sie allerdings, dass bei zuvielen Bildern die Seite langsamer lädt.
  • Verzichten Sie auf bewegenden Text. Dieser kann von Lesesoftware nicht gelesen werden.
  • Verzichten Sie auf Text in verschiedenen Farben. Das kann verwirrend sein.
  • Wenn möglich, bieten Sie den Nutzern die Möglichkeit, selber die Schriftart und -größe sowie Hintergrund- und Textfarbe einzustellen.

Auch wenn eine Webseite diese Möglichkeit nicht bietet, gibt es allerdings keinen Grund, auf diese Seite zu verzichten. Mit folgenden Tricks können Sie Ihren Computer/Programme und andere Geräte insgesamt lesefreundlicher machen:

Computer: Über die Systemsteuerung kann man bei Windowscomputern die Lesbarkeit auf dem Bildschirm erleichtern. Wählen Sie dazu Systemsteuerung / Darstellung und Anpassung / Anzeige. Bei Mac kann man dies über die Systemeinstellungen ändern. Automatisch werden nicht nur Texte, sondern auch auch Schriften, Symbole, Menüs, Schaltflächen und sogar die Taskleiste größer angezeigt.

Internet:
Um die Seite größer darzustellen:
Wer eine Maus mit Scrollrad hat, kann mit dem Scrollrad die Seite vergrößern oder verkleinern.
Das geht auch mit der Tastenkombination: Strg + oder Strg – (Oder: Ctrl + bzw. Ctrl -)
Viele Browser bieten die Möglichkeit, alle Seiten in einer bestimmten Schriftart und Schriftgröße darzustellen. In Firefox und Chrome z.B. machen Sie das über die Einstellungen.

Email:
Lesen Sie Emails in der Schriftart, die Ihnen gefällt. Emailprogramme wie Outlook oder Thunderbird bieten die Möglichkeit, alle einkommenden Emails in einer bestimmten Schriftart und Schriftgröße anzuzeigen. In den Einstellungen können Sie alles nach Ihrem Geschmack ändern.

eBook-Reader/Tablets:
Auch hier können Sie über die Einstellungen die Schriftart und Schriftgröße ändern. Manche eBook-Reader und Tablets bieten sogar die Möglichkeit, zusätzlich Schriftarten zu installieren. Die bereits vorgestellte Schriftart OpenDyslexic steht auf immer mehr Geräten zur Auswahl.

Bei den meisten Programmen – ob Textverarbeitung, Internetbrowser oder Emailprogramm – ist die Schrift standardmäßig klein eingestellt. Lassen Sie sich davon nicht beirren! Mit wenigen Klicks können Sie das in den Einstellungen ändern und Texte/Internet/Emails lesbarer machen.

Lesen Sie auch:


Arbeitsblatt legasthenfreundlich gestalten

26. April 2013 – 02:00

Arbeitsblatt, Legasthenie, Dyskalkulie, Schule, Trainer, Lehrer, Hilfe, Unterricht, Unterrichtsmaterial

Wir haben die vergangenen Wochen verschiedene Schriftarten, die für legasthene Menschen geeignet sind, vorgestellt. Empirische Untersuchungen haben gezeigt, dass legasthene Menschen eine serifenlose Schriftart bevorzugen. Dabei ist es wichtig, dass die Buchstaben alle gut voneinander zu unterscheiden sind und dass der Buchstabenabstand zwischen den einzelnen Buchstaben etwas größer ist. Das verbessert die Lesbarkeit.
Aber die beste Schriftart hilft nichts, wenn das Arbeitsblatt dazu nicht passt. Daher geben wir heute einige Tipps zur Gestaltung von Arbeitsblättern. In den Schulen passiert es leider noch all zu oft, dass die Schriftgröße auf den Blättern viel zu klein ist, oder dass sehr viel Information auf einem Blatt ist. Einige Probleme und einfache Lösungen dazu:

  • Problem: Zuviel Text auf einem Blatt. Das verunsichert legasthene Kinder.
  • Lösung: Verteilen Sie den Text in mehrere Paragraphen.
  • Problem: Sehr lange und/oder undeutliche Beschreibung der Aufgabe.
  • Lösung: Kurze klare Aufgaben.
  • Problem: Viele Bilder und Text auf einem Blatt. Das Lay-out kann verwirrend sein.
  • Lösung: Genügend Platz zwichen Text und Bild. Es sollte auch klar sein, welcher Text zu welchem Bild gehört.
  • Problem: Blocksatz
  • Lösung: Flattersatz

Das Papier sollte nach Möglichkeit etwas dicker sein. Weißes Papier ist oft ermüdend. Besser wäre cremefarbenes Papier. Manche legasthene Kinder bevorzugen eine spezielle Farbe. Wenn möglich, beachten Sie das.
Schriftart: eine gut lesbare serifenlose Schriftart. Die Schriftgröße sollte mindestens 12 – 14 Pkt sein. Die Farbe blau wird oft bevorzugt.
Vermeiden Sie es, den Text zu unterstreichen oder kursiv zu setzen. Für legasthene Kinder sieht es aus, als ob der Text zusammenläuft. Setzen Sie stattdessen wichtige Textabschnitte in Fett.
Schreiben Sie auch keinen Text komplett in Großbuchstaben. Das ist viel schwieriger zu lesen.

Das sind nur einige Anregungen, wie Arbeitsblätter besser und legasthenfreundlicher gestaltet werden können. Auch den Unterricht kann man mit einigen einfachen Tipps legasthenfreundlicher gestalten. Das Schöne daran: Auch nicht-legasthene Kinder profitieren davon. Es ist also eine win-win-Situation!

  • Geben Sie immer nur eine Anweisung. Das hilft legasthenen Kindern, die Information besser zu verarbeiten.
  • Die Anweisungen sollten klar und deutlich sein. Das mag den Unterricht momentan verlangsamen, aber die Kinder werden mehr behalten und besser bei der Sache sein.
  • Unterstüzen Sie alle mündlichen Anweisungen mit einem Bild, wenn möglich. Gesprochene Information wird besser verarbeitet, wenn es visuelle Hilfsmittel dazugibt.
  • Vorschau und Rückschau: Sagen Sie den Schülern was für heute geplant ist. Das hilft ihnen, die Information besser zu organisieren, zu filtern und Schwerpunkte zu setzen. Machen Sie nachher eine kurze Rückschau. Das hilft den Schülern, die Information besser zu verknüpfen und abzuspeichern.

Das sind nur einige einfache Tipps, die sich ohne viel Aufwand umsetzen lassen. Wie bereits erwähnt, profitieren nicht nur legasthene Kinder davon, sondern auch die nicht-legasthenen Schüler.

Lesen Sie auch:

 


Noch mehr spezielle Fonts

19. April 2013 – 02:00

Noch mehr spezielle Fonts Schriftart Font Lesen Legasthenie Eltern Kinder Schule Unterricht

In unserer Blogreihe über Fonts für legasthene Menschen haben wir bis jetzt kostenfreie Fonts vorgestellt. Allerdings gibt es auch kostenpflichtige Fonts, die erwähnenswert sind.

Sassoon
Sassoon wurde für Kinderbücher und Unterrichtsmaterialien entwickelt. Rosemarie Sassoon forschte zwei Jahre, um festzustellen, welche Buchstabenformen Kinder am besten annehmen. Das Ergebnis ist die Sassoon-Schriftart. Sassoon kennzeichnet sich durch

  • keine Serifen
  • rundes a und g
  • Alle Buchstaben haben eine eigene Form.
  • Es werden keine Buchstaben gespiegelt.
  • Die Ober- und Unterlängen sind etwas länger.

Das alles führt zu einem besseren Wortbild.
Mehr Information zu Sassoon

Dyslexie und Gill Dyslexic
Bei diesen Fonts sind die Buchstaben unten etwas schwerer. Dadurch wird ein Umdrehen oder Verwechseln der Buchstaben verhindert. Beide Fonts sind kostenpflichtig. Eine kostenlose Alternative ist OpenDyslexic, die wir bereits vorgestellt haben.
Bei Dyslexie und Gill Dyslexic ist das Gewicht unten allerdings nicht so ausgeprägt wie bei OpenDyslexic. Bei Dyslexie könnte es störend sein, dass das kleine “q” die Form des Großbuchstabens “Q” hat.
Mehr Information zu Dyslexie
Mehr Information zu Gill Dyslexic

Sylexiad
Auch Sylexiad ist ein Font, der durch jahrelange Forschung entstanden ist. Dabei stellte sich heraus, dass die Mehrheit der legasthenen Menschen folgende Kombination bevorzugten: handschriftlicher Stil, Großbuchstaben-Formen, lange Ober- und Unterlängen, geringes Gewicht, gleichmäßige Striche und größeren Abstand zwischen den Buchstaben. Interessant ist, dass es von Sylexiad auch eine Version mit Serifen gibt, da legasthene Menschen eine Serifenschrift meistens ablehnen.
Mehr Information zu Sylexiad

 

Lesen Sie auch:

Teil 1: Schriftarten für legasthene Menschen

Teil 2: OpenDyslexic

Teil 3: Andika Basic

Teil 4: Lexia Readable

Teil 5: Tiresias

Teil 6: Vorinstallierte Fonts

Teil 7: Schuldruckschriften


Schuldruckschriften

12. April 2013 – 17:07

Schuldruckschriften Fonts Legasthenie Lesen Eltern Kinder Schule

Im heutigen Artikel gehen wir auf die Schuldruckschrift oder Fibelschrift ein. Zum besseren Verständnis: Druckschrift oder Fibelschrift ist die Schriftart, die in den Schulbüchern benutzt wird und womit die Kinder Lesen lernen. Druckschrift oder Fibelschrift unterscheidet sich von den verschiedenen Ausgangsschriften. Ausgangsschriften sind zum Schreibenlernen. Es wird momentan darüber diskutiert, ob es noch sinnvoll ist, den Kindern Schreibschrift beizubringen. Aber das ist eine andere Diskussion.
Kehren wir zur Leserlichkeit der Schuldruckschriften zurück. Im “Wegweiser Schrift” erklärt Hans Peter Willberg, dass beim Lesen nicht nur die Schrift, sondern auch die physischen und psychischen Bedingungen eine Rolle spielen. Daher sei es umso wichtiger, dass für die jeweilige Aufgabe die richtige Schrift gewählt wird. In Bezug aufs Lesenlernen bedeutet dies:

  • eindeutige Buchstabenformen
  • Wortbilder sollen unmissverständlich sein.
  • Das Auge soll durch die Zeile geführt werden.
  • Schriftgröße, Zeilenlänge und Duktus sollen aufeinander abgestimmt sein.
  • Buchstaben- und Wortabstand sollen richtig abgestimmt sein

Wie wichtig eindeutige Buchstabenformen auch für legasthene Kinder sind, haben wir in dieser Blogreihe schon öfters betont. Willberg stellt folgende Faustregel auf: “Nicht die einfachsten, sondern die eindeutigsten Buchstabenformen sind am besten zu lesen.”
Wie sehen die Schuldruckschriften aus? Auch wenn sich die Schuldruckschriften in Deutschland, Österreich und in der Schweiz leicht voneinander unterscheiden, so sind es alle serifenlose Schriften. In einer serifenlosen Schrift haben die Buchstabenenden keine Querstriche. Empirische Untersuchungen haben gezeigt, dass legasthene Menschen serifenlose Schriften bevorzugen. Das wäre ein positiver Punkt der Schuldruckschriften. Positiv ist auch, dass das große “I” und das kleine “l” (mehr oder weniger) gut zu unterscheiden sind.
Was gespiegelte Buchstaben angeht, fallen die Schuldruckschriften aber alle durch, denn “b”, “d”, “p” und “q” sind alle Spiegelungen voneinander. Gerade diese Buchstaben bereiten nicht nur legasthenen Kindern große Schwierigkeiten. Der Kognitionsforscher Stanislas Dehaene hat gezeigt, dass diese Buchstaben für Kinder aufgrund ihrer Hirnstruktur gleich sind. Dass dies vier verschiedene Buchstaben sind, müssen die Kinder mühsam erlernen. Man kann dies sehr einfach mit der Evolutionsgeschichte erklären: Für das Gehirn ist es egal, ob ein Tier von rechts oder links angreift, es ist immer das gleiche Tier.
Daher ist es unverständlich, dass gerade Schuldruckschriften, mit denen Kinder Lesen lernen, gespiegelte Buchstaben haben.

Typografen wie Otl Aicher oder Herman Zapf haben sich Gedanken über gut leserliche Schriften gemacht. So hat Otl Aicher die Rotis entwickelt, bei der die Buchstaben alle gleich breit sind. Das beruhige seiner Meinung nach die Wortbilder und führe zu einer besseren Leserlichkeit. Bei der Optima von Hermann Zapf dagegen ist die Breite der Buchstaben unterschiedlich, wodurch die Wortbilder besser voneinander unterschieden werden können.
Eines ist sicher: Die Schuldruckschriften sind (aus typografischer Sicht) nur bedingt geeignet, Kindern ein frustfreies Lernen zu ermöglichen. Dass es auch Alternativen gibt, haben wir in dieser Blogreihe schon gezeigt.
Ein weiterer negativer Aspekt der Schuldruckschriften ist, dass sie nicht zur freien Verfügung stehen. Die Schuldruckschriften sind von verschiedenen Verlagen streng lizenziert und dürfen nicht nach Belieben verbreitet werden. Allerdings gibt es ähnliche Schriften, die zur freien Verfügung stehen und die von Lehrkräften benutzt werden können (hier und hier). Auch einige Verlage bieten Schulschriften, z.B. ET Verlag und Will Software.
Dennoch, auch hier gilt wiederum: Wer Arbeitsblätter und Lesematerial für legasthene Kinder erstellt, sollte eine Schriftart verwenden, bei der alle Buchstaben eindeutig unterschieden werden können, wie Andika Basic, Lexia Readable oder OpenDyslexic.

Literatur:

Lesen Sie auch:

Teil 1: Fonts für legasthene Menschen

Teil 2: OpenDyslexic

Teil 3: Andika Basic

Teil 4: Lexia Readable

Teil 5: Tiresias

Teil 6: Vorinstallierte Fonts


Schriftart: Vorinstallierte Fonts

5. April 2013 – 02:00

windowsfonts

Im ersten Teil dieser Blogreihe über Fonts für legasthene Menschen haben wir erwähnt, dass die meisten Computer bereits mehrere Fonts vorinstalliert haben. Einige dieser Fonts möchten wir heute genauer anschauen. Zur Erinnerung: Legasthene Menschen bevorzugen in der Regel eine serifenlose Schriftart – eine Schrift, bei der die Buchstaben keine Querstriche am Ende des Buchstabenbalkens haben. Wichtig ist auch, dass die Buchstaben sich gut voneinander unterscheiden (z.B. “o” und “a”; großes “I” und kleines “l”). Alle Buchstaben sollten eine eigene Form haben und keine Spiegelung voneinander sein (“b”, “d”, “p” und “q”).

Arial: Eine serifenlose Schriftart und wohl die bekannteste, da sie auch in vielen Textprogrammen der Standard-Font ist. Arial wurde entwickelt, um auf niedrigauflösenden Monitoren dennoch gut lesbar zu sein. Das erreicht die Schrift auch, obwohl das große “I” und das kleine “l” gleich aussehen und “b”, “d”, “p” und “q” gespiegelt sind.

Verdana: Eine serifenlose Schriftart, die entwickelt wurde, um auch bei kleinen Schriftgrößen noch gut lesbar zu sein. Das große “I” und das kleine “l” sind gut voneinander zu unterscheiden. “b”, “d”, “p” und “q” sind gespiegelt.

Trebuchet MS: Eine serifenlose Schriftart. Auffällig ist das kleine “g”. Das große “I” und das kleine “l” sind gut zu unterscheiden. “b”, “d”, “p” und “q” sind gespiegelt.

Comic Sans MS: Eine serifenlose handschriftähnliche Schriftart, bei der die Buchtaben gut zu unterscheiden sind. Allerdings ist die Comic Sans in die Kritik geraten und gilt als nicht-seriöse Schrift. Comic Sans entspricht allerdings den Kriterien einer guten Schriftart für legasthene Menschen: Die Buchstaben haben eine eigene Form, sie hat ein Fibel-a und Fibel-g.

All diese Schriftarten gehören zu den Core fonts for the web. Das ist eine Reihe von Schriftarten, die für den Gebrauch im Internet standardisiert wurden. Die Schriften sind entweder vorinstalliert oder stehen zum freien Download zur Verfügung. Arbeitsblätter, die mit diesen Fonts erstellt werden, können ohne weiteres verbreitet werden.

Fazit: Auch wenn diese Schriftarten für gute Lesbarkeit entwickelt wurden, entsprechen sie nur selten den Bedürfnissen von legasthenen Menschen. Wer Texte für legasthene Menschen schreibt, sollte sich also gut überlegen, ob diese Schriftarten benutzt werden sollten oder nicht. Wie wir in dieser Blogreihe bereits gezeigt haben, gibt es gute und kostenlose Alternativen. Wer Arbeitsblätter für legasthene Kinder erstellt, sollte mit Ausnahme von Comic Sans MS gänzlich auf diese Schriftarten verzichten.

Lesen Sie auch:

Teil 1: Schriftarten für legasthene Menschen

Teil 2: OpenDyslexic

Teil 3: Andika Basic

Teil 4: Lexia Readable

Teil 5: Tiresias


Schriftart: Tiresias

28. März 2013 – 03:00

tiresias

Tiresias war ein blinder Prophet in der griechischen Mythologie. Tiresias ist auch der Name eines Fonts, der für schlechtsehende Menschen entwickelt wurde. Als Dr. Gill eines Abends die Untertitelung seines Fernsehers einschaltete, merkte er, dass die Schrift nicht besonders leserlich sei. Das wollte er ändern. Dr. Gill schaute mehr als 4000 Fonts an, aber keiner gefiel ihm. Daher entwickelte er zusammen mit dem Royal National Institute for the Blind (RNIB) in Großbritannien die Tiresias-Fontfamilie. Typografen verurteilten diese Schrift der Ästhetik wegen, aber Dr. Gill konterte, dass es ihm nicht um die Schönheit der Schrift ginge, sondern darum wie lesbar sie sei.
Aus diesem Grund wird Tiresias auch für legasthene Menschen empfohlen. Tiresias ist eine serifenlose Schriftart. Sie umfasst alle Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen, Satzzeichen, mathematische Symbole, einige diakritische und Sonderzeichen. Die Buchstaben sind gut voneinander zu unterscheiden. Auch bei einer kleinen Schriftgröße sind die Buchstaben noch gut zu lesen. Der Abstand zwischen den Buchstaben ist etwas größer. Es gibt insgesamt 6 verschiedene Versionen:

  • Tiresias Infofont: für den Einsatz auf Hinweisschildern zur Verbesserung der Lesbarkeit, z.B. Etiketten, Fahrscheine, usw. Die Charaktere und Buchstabenformen wurden entwickelt, um maximale Lesbarkeit bei einem Leseabstand von etwa 30 bis 100 cm zu erreichen. Tiresias Infofont gibt es als normal, normal-kursiv und fett.
  • Tiresias Keyfont: für die Beschriftung von Tasten, z.B. Computer, Taschenrechner, Türsprechanlage, Fahrscheinautomaten, usw.
  • Tiresias LP-Font (LP = Large Print): Dieser Font wurde für Großdruck-Publikationen entwickelt. Tiresias LP gibt es als normal, normal-kursiv und fett.
  • Tiresias PC-Font: für den Einsatz am Computer. Die einzelnen Buchstaben haben eine klare Form, die auch bei kleiner Schrift noch gut leserlich ist. So sind z.B. das kleine “l”, die Ziffer “1″ und das große “I” sehr gut voneinander zu unterscheiden.
  • Tiresias Screenfont: Dieser Font wurde ursprünglich für Untertitel in Großbritannien entwickelt. Wie der PC-Font sind die Buchstaben gut lesbar. Dieser Font wurde auch getestet und schließlich europaweit als Font für Untertitel eingeführt.
  • Tiresias Signfont: Dieser Font ist für den Einsatz auf großen Hinweisschildern entwickelt.

Tiresias war anfangs ein kostenpflichtiger Font. Inzwischen wird sie kostenlos (free software) angeboten und darf weitergegeben und/oder verändert werden unter den Bedingungen der GNU General Public License. Die Tiresias-Fonts können hier einzeln heruntergeladen werden oder hier als kostenloser Komplettdownload.
Der einzige Nachteil ist, dass Tiresias kein Fibel-a hat. Dadurch ist dieser Font für die Arbeit mit Leseanfängern nur bedingt geeignet, sicher aber für die Arbeit mit legasthenen Jugendlichen und Erwachsenen.

Mehr Information auf Tiresias.org

Lesen Sie auch:

Teil 1: Schriftarten für legasthene Menschen

Teil 2: OpenDyslexic

Teil 3: Andika Basic

Teil 4: Lexia Readable

 


Der legasthene Mensch als iBook für Apple iPad zum Aktionspreis von nur €1.99

22. März 2013 – 19:53

 

 

Dieser Bestseller von Dr. Astrid Kopp-Duller, welcher schon in der 5. Auflage im KLL-Verlag erschienen ist, wird nun als interaktives Buch in Deutsch auf der Apple iBook Plattform angeboten. Multimediale Inhalte und tolle Bilder werden via iPad eindrucksvoll präsentiert – die Inhalte der Druckausgabe sind natürlich auch komplett enthalten.

Für den Aktionspreis von €1.99 erhalten Sie die komplette Ausgabe!

Legasthenie oder Dyskalkulie ist keine Schwäche, Störung, Krankheit oder gar Behinderung. Es sind jedoch komplexe Phänomene, die sich negativ und daher lebensbestimmend für Betroffene auswirken können. Helfen Sie deshalb Ihrem Kind rechtzeitig, wenn es Schreib-, Lese- oder Rechenschwierigkeiten hat, damit es zu keinen zusätzlichen psychischen Komplikationen kommt. Verständnis und eine individuelle Methodik sichern den Erfolg!

Frau Dr. Astrid Kopp-Duller, Präsidentin des Ersten Österreichischen Dachverbandes Legasthenie, hat mit ihren Forschungsarbeiten in Österreich, in der Schweiz und in den USA einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung von pädagogisch-didaktischen Methoden geleistet, die es legasthenen und dyskalkulen Menschen ermöglichen, das Schreiben, Lesen und Rechnen ausreichend zu erlernen.

“Legasthene und dyskalkule Menschen haben eine besondere Informationsverarbeitung und dadurch bedingt eine besondere Lernfähigkeit, welche an die pädagogisch-didaktische Interventionsebene hohe Anforderungen stellt.”

Die Autorin gibt weiters einen Überblick über folgende Themen:

 

  • Definitionen von Schreib-, Lese- oder Rechenproblemen
  • Genbedingte und erworbene Schreib-, Lese- und/oder Rechenprobleme
  • Die Rolle der Sinneswahrnehmungen
  • Die Relevanz der pädagogischen Intervention
  • Die AFS-Methode – Ein Meilenstein der pädagogischen Forschung
  • Ideen für den Unterricht von legasthenen oder dyskalkulen Menschen
  • Computerunterstütztes Training
  • Eltern helfen ihren Kindern

Wenn Sie ein IPAD besitzen, laden Sie sich kostenlos Probekapiteln des Buches herunter.

ipad app store austria

ipad app store germany

ipad app store switzerland