30 Jahre Legasthenieverband in Österreich

Im Dienste legasthener und dyskalkuler Menschen

Was 1996 mit einer kleinen Gruppe engagierter Experten begann, hat sich zu einer internationalen Bewegung entwickelt, die das Leben von Millionen Menschen positiv beeinflusst. Die Geschichte des Ersten Österreichischen Dachverbandes Legasthenie ist eine Geschichte von Pioniergeist, Beharrlichkeit und dem unerschütterlichen Glauben daran, dass jeder Mensch das Recht auf individuelle Förderung hat.

Die Geschichte des Ersten Österreichischen Dachverbandes Legasthenie reicht in das vorige Jahrhundert zurück. Am 1. Februar 1996 wurde am Vereinsamt in Klagenfurt der Kärntner Landesverband Legasthenie eingetragen – der Grundstein für eine Entwicklung, die niemand in diesem Ausmaß hätte vorhersehen können.

Eine vorerst kleine Gruppe von Experten, Lehrern, Ärzten und legasthenen Menschen hatte sich zusammengefunden mit einem gemeinsamen Ziel: Sie wollten für die Betroffenen etwas zum Positiven verändern. Denn das Thema Legasthenie wurde damals von den verantwortlichen öffentlichen Stellen weitgehend totgeschwiegen. Betroffene Kinder galten oft als faul, dumm oder unkonzentriert. Eltern standen hilflos vor einem Problem, für das es scheinbar keine Lösung gab. Lehrer wussten nicht, wie sie diesen Schülern helfen sollten.

Diese unbefriedigende Situation war der Antrieb für die Gründer des Verbandes. Sie waren überzeugt: Es muss einen besseren Weg geben.

30 Jahre EÖDL

Die Grundgedanken: Einfach und wirkungsvoll

Die Gründungsmitglieder formulierten drei zentrale Ziele, die bis heute die Arbeit des EÖDL prägen:

Aufklärung und Selbsthilfe: Mit aufklärender Öffentlichkeitsarbeit und kostenlosen Lernmaterialien sollte Betroffenen geholfen werden. Hilfe zur Selbsthilfe war von Anfang an ein wichtiger Grundsatz. Eltern sollten verstehen, was Legasthenie bedeutet, und konkrete Werkzeuge an die Hand bekommen, um ihre Kinder zu unterstützen.

Wissensvermittlung an Pädagogen: Allen interessierten Lehrern sollte umfassendes Wissen zur komplexen Thematik vermittelt werden. Denn nur wer versteht, warum ein Kind trotz normaler Intelligenz Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hat, kann angemessen reagieren und fördern.

Ausbildung von Spezialisten: Experten sollten ausgebildet werden, die auf pädagogisch-didaktischer Ebene individuell helfen können. Nicht jeder Lehrer kann sich zum Spezialisten weiterbilden – aber es sollte genügend qualifizierte Fachleute geben, an die sich Betroffene wenden können.

Die Geburt von vier neuen Berufen

Niemand konnte 1996 ahnen, welche Entwicklung diese Initiative nehmen würde. Aus dem Engagement der Gründer entstanden vier völlig neue Berufsbilder:

Der diplomierte Legasthenietrainer – spezialisiert auf die Arbeit mit Menschen, die Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben.

Der diplomierte Dyskalkulietrainer – spezialisiert auf die Förderung von Menschen mit Rechenproblemen.

Der diplomierte Lerndidaktiker – ausgebildet für die Unterstützung bei allgemeinen Lernproblemen.

Der diplomierte Mediendidaktiker – qualifiziert für den sinnvollen Einsatz digitaler Medien in der pädagogischen Arbeit.

Diese Berufsbezeichnungen wurden vom EÖDL geprägt und stehen heute weltweit für eine fundierte, praxisorientierte Ausbildung auf höchstem Niveau.

Von Kärnten in die Welt

Der Kärntner Landesverband Legasthenie, welcher später eine Sektion des Ersten Österreichischen Dachverbandes wurde, war vom ersten Tag an über die Grenzen hinweg international vernetzt tätig. Was in Klagenfurt begann, breitete sich schnell aus – zunächst in ganz Österreich, dann in die deutschsprachigen Nachbarländer und schließlich auf alle Kontinente.

Heute sind Tausende Absolventen in 64 Ländern weltweit mit dem EÖDL verbunden. Sie werden auch EÖDL Trainer genannt und helfen mit ihrer täglichen Arbeit betroffenen Menschen auf pädagogisch-didaktischer Ebene. In Europa, Amerika, Asien, Afrika und Australien setzen diplomierte Trainer die AFS-Methode ein und verändern das Leben von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zum Positiven.

Starke Partnerschaften

Der EÖDL ist eng verbunden mit dem DVLD – dem Dachverband Legasthenie Deutschland. Diese Partnerschaft stärkt die Zusammenarbeit im deutschsprachigen Raum und ermöglicht einen kontinuierlichen Austausch von Wissen und Erfahrungen. Gemeinsam setzen sich beide Verbände für die Belange legasthener und dyskalkuler Menschen ein.

Darüber hinaus ist der EÖDL Mitglied der IFDDA (International Federation of Dyslexia and Dyscalculia Associations), was die internationale Vernetzung und den weltweiten Austausch mit anderen Organisationen sicherstellt.

Die Kraft der Öffentlichkeitsarbeit

Von Anfang an war den Gründern klar: Nur durch intensive Aufklärungsarbeit kann das Bewusstsein für Legasthenie und Dyskalkulie in der Gesellschaft verändert werden. Ein wichtiges Instrument war dabei die Vereinszeitung „Austrian Legasthenie News“.

Über diese Publikation konnten viele an dem Thema Interessierte erreicht werden. Die Zeitungsproduktion wurde in den ersten Jahren kontinuierlich gesteigert – bis zu einer beachtlichen Auflage von 100.000 Exemplaren. Lehrer, Eltern, Therapeuten und Betroffene selbst erhielten so regelmäßig fundierte Informationen, praktische Tipps und Neuigkeiten aus der Forschung.

Das Internet als Gamechanger

Parallel zur klassischen Printmedienarbeit erkannte der EÖDL früh das Potenzial des Internets. Was in den Anfangsjahren noch Neuland war, wurde schnell zu einem unverzichtbaren Werkzeug zur Erreichung der Verbandsziele.

Heute betreibt der EÖDL ein umfangreiches Netzwerk von Webseiten, die kostenlose Informationen, Arbeitsmaterialien und Übungen bereitstellen. Hunderttausende Arbeitsblätter wurden veröffentlicht und stehen Eltern, Lehrern und Trainern kostenlos zur Verfügung. Online-Plattformen wie die Fernförderung ermöglichen es, Kinder unabhängig von ihrem Wohnort individuell zu betreuen.

Das Internet hat es dem EÖDL ermöglicht, seine Reichweite exponentiell zu vergrößern. Während die gedruckte Zeitung einige Zehntausend Menschen erreichte, werden die digitalen Angebote heute von Millionen genutzt.

Die Treue der Gründer

Ein besonderes Merkmal des EÖDL ist die Kontinuität seiner Führung. Von den Gründungsmitgliedern sind seit dem ersten Tag noch alle – soweit nicht im Ruhestand – für betroffene Menschen im Einsatz. Diese Beständigkeit ist außergewöhnlich und spricht für die tiefe Überzeugung, mit der die Arbeit des Verbandes vorangetrieben wird.

Die Gründer haben ihr Engagement nie als vorübergehendes Projekt betrachtet, sondern als Lebensaufgabe. Ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Leidenschaft prägen den Verband bis heute und werden an die nächste Generation von Trainern weitergegeben.

30 Jahre Erfolgsgeschichte in Zahlen

Die Entwicklung des EÖDL lässt sich auch in beeindruckenden Zahlen ablesen:

Über 17.000 diplomierte Trainer wurden seit 1996 ausgebildet. Absolventen arbeiten in 64 Ländern auf allen Kontinenten. Der EÖDL wurde sechsmal in Folge (2021–2026) von FOCUS-BUSINESS als „Top Anbieter für Weiterbildung“ ausgezeichnet. Die Organisation ist ISO 9001:2015 zertifiziert und trägt das Quality Austria Gütezeichen als österreichischer Musterbetrieb. Hunderttausende kostenlose Arbeitsblätter wurden veröffentlicht und millionenfach heruntergeladen.

Die AFS-Methode: Das Herzstück der Arbeit

Im Laufe der Jahre wurde die AFS-Methode entwickelt und kontinuierlich verfeinert – ein pädagogisch-didaktischer Förderansatz, der heute das Fundament aller Ausbildungen bildet. AFS steht für Aufmerksamkeit, Funktionen (Sinneswahrnehmungen) und Symptom.

Diese Methode unterscheidet sich grundlegend von herkömmlicher Nachhilfe. Sie erkennt an, dass legasthene und dyskalkule Menschen keine „schwachen Schüler“ sind, sondern Menschen mit einer anderen Art der Informationsverarbeitung. Entsprechend muss auch die Förderung anders gestaltet sein.

Das AFS-Testverfahren, das ebenfalls vom EÖDL entwickelt wurde, hat die pädagogische Diagnostik revolutioniert und wird heute von Trainern auf der ganzen Welt eingesetzt.

Der Blick nach vorn

30 Jahre nach der Gründung ist der EÖDL lebendiger denn je. Die Herausforderungen haben sich verändert – die digitale Transformation, neue Erkenntnisse aus der Forschung, veränderte Bildungslandschaften – aber die Grundüberzeugung ist geblieben: Jeder Mensch mit Legasthenie oder Dyskalkulie verdient individuelle Unterstützung und die Chance, sein volles Potenzial zu entfalten.

Die Ausbildungsprogramme werden kontinuierlich weiterentwickelt, um aktuelle Entwicklungen wie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Bildungsbereich zu berücksichtigen. Neue digitale Werkzeuge ergänzen die bewährten Methoden. Und mit jedem neuen Absolventen wächst das weltweite Netzwerk von Spezialisten, die betroffenen Menschen helfen.

Ein Vermächtnis, das weiterlebt

Was 1996 mit einer Handvoll engagierter Menschen in Klagenfurt begann, hat sich zu einer internationalen Bewegung entwickelt. Der Erste Österreichische Dachverband Legasthenie hat nicht nur vier neue Berufe geschaffen – er hat das Bewusstsein für Legasthenie und Dyskalkulie in der Gesellschaft grundlegend verändert.

Heute wissen mehr Menschen denn je, dass Legasthenie keine Frage der Intelligenz ist. Eltern finden Unterstützung und müssen nicht mehr hilflos zusehen. Betroffene Kinder und Erwachsene erhalten die Förderung, die sie brauchen. Und Tausende von Trainern weltweit setzen sich jeden Tag dafür ein, dass legasthene und dyskalkule Menschen ihre Stärken entdecken und entfalten können.

Das ist das Vermächtnis der Gründer – und es wächst mit jedem Tag weiter.

Werden Sie Teil dieser Geschichte

Sie möchten selbst Teil dieser Bewegung werden und Menschen mit Legasthenie oder Dyskalkulie helfen? Informieren Sie sich über unsere Ausbildungen zum diplomierten Legasthenietrainer, Dyskalkulietrainer, Lerndidaktiker oder Mediendidaktiker.

www.legastheniefernstudium.com

Bei Fragen steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung: 📧 [email protected] 📞 +43 463 55660 💬 WhatsApp: +43 660 5566000

Gemeinsam im Dienste legasthener und dyskalkuler Menschen – seit 1996.

Die beiden folgenden Definitionen bilden die Basis für die Arbeit und Hilfe des EÖDL:

Pädagogische Definition

„Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Buchstaben oder Zahlen trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen anders empfindet als nicht legasthene Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens.“

Dr. Astrid Kopp-Duller 1995

„Legasthene und dyskalkule Menschen haben eine besondere Informationsverarbeitung und dadurch bedingt eine besondere Lernfähigkeit, welche an die pädagogisch-didaktische Interventionsebene hohe Anforderungen stellt.“

Dr. Astrid Kopp-Duller 2010

Die Darstellung der wichtigsten Ereignisse in Form einer Zeitleiste

Mathe Spiele in 10 Sprachen

20. November 2025

Mathe Spiele in 10 Sprachen

Besondere Unterstützung für Kinder mit Lernschwierigkeiten
Als Initiative des EÖDL berücksichtigt die Plattform besonders die Bedürfnisse von Kindern mit Dyskalkulie in 10 Sprachen.

https://www.AFS5.com 

 

Worterarbeitung

5. Januar 2025

Worterarbeitung

Worterarbeitung
Worterarbeitung nach der AFS-Methode
»Wie kann ich legasthenen Kindern konkret im Symptombereich, speziell in der Worterarbeitung, helfen?«
1000 Wörter online.

Fernstudium Mediendidaktiker

6. November 2023

Diplomierter Mediendidaktiker

28. Fachtagung des EÖDL

4. März 2023

28. Fachtagung 2023

Lerntypentest

1. März 2021

Learnedy: Online-Lernplattform für Englisch

10. März 2020

Learnedy

AFS-Ferntest

7. März 2020

AFS Video Test

25. Fachtagung des EÖDL

15. Juni 2019

19. Fachtagung des EÖDL

Fernstudium zum diplomierten Lerndidaktiker

26. November 2018

Erstzertifizierung ISO 9001:2015

7. Juli 2017

ISO 9000:2015 EÖDL

Lern- & Fernförderung (LFF): Online-Lernplattform für Deutsch & Mathematik

4. April 2017

20. Fachtagung des EÖDL

24. Mai 2014

20. EÖDL Fachtagung

Fernstudium-Absolvent/innen in mehr als 50 Ländern

1. Januar 2012

Legasthenietrainer in 50 Ländern

Erstzertifizierung ISO 9001:2008

28. Juni 2011

Quality Austria Gütezeichen: Österreichischer Musterbetrieb

25. Juni 2009

Austria Gütezeichen

15. Fachtagung des EÖDL

6. Juni 2009

15. EÖDL Fachtagung

Fernstudium zum diplomierten Dyskalkulietrainer

1. März 2009

Fernstudium Dyskalkulietrainer

AFS-Test ONLINE für Legasthenie/LRS und Dyskalkulie/Rechenschwäche

8. August 2008

AFS-Test Legasthenie

Arbeitsblaetter.org 20.000 kostenlose Arbeitsblätter online

3. November 2005

20000 Arbeitsblätter

10. Fachtagung des EÖDL

5. Juni 2004

10. Fachtagung EÖDL

Pädagogischer Sinneswahrnehmungstest im Vorschulalter (PSV)

11. Mai 2002

Pädagogischer Sinneswahrnehmungstest im Vorschulalter

AFS-Test auf CD-Rom für Legasthenie/LRS

8. August 2000

AFS-Test 1999

Publikation von “Legasthenie – Training nach der AFS-Methode”

2. Februar 2000

Legasthenie nach der AFS-Methode

1. Fachtagung des EÖDL

1. Oktober 1999

1.Fachtagung

Fernstudium zum diplomierten Legasthenietrainer

3. November 1998

Fernstudium zum diplomierten Legasthenietrainer

Publikation von “Der legasthene Mensch”

6. November 1997

Der legasthenie Mensch

Vereinsgründung

1. Februar 1996

Gründung des Legasthenieverbandes

Weiterführende Links finden Sie hier.


Top