Schriftart: Vorinstallierte Fonts

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Im ersten Teil dieser Blogreihe über Fonts für legasthene Menschen haben wir erwähnt, dass die meisten Computer bereits mehrere Fonts vorinstalliert haben. Einige dieser Fonts möchten wir heute genauer anschauen. Zur Erinnerung: Legasthene Menschen bevorzugen in der Regel eine serifenlose Schriftart – eine Schrift, bei der die Buchstaben keine Querstriche am Ende des Buchstabenbalkens haben. Wichtig ist auch, dass die Buchstaben sich gut voneinander unterscheiden (z.B. „o“ und „a“; großes „I“ und kleines „l“). Alle Buchstaben sollten eine eigene Form haben und keine Spiegelung voneinander sein („b“, „d“, „p“ und „q“).

Arial: Eine serifenlose Schriftart und wohl die bekannteste, da sie auch in vielen Textprogrammen der Standard-Font ist. Arial wurde entwickelt, um auf niedrigauflösenden Monitoren dennoch gut lesbar zu sein. Das erreicht die Schrift auch, obwohl das große „I“ und das kleine „l“ gleich aussehen und „b“, „d“, „p“ und „q“ gespiegelt sind.

Verdana: Eine serifenlose Schriftart, die entwickelt wurde, um auch bei kleinen Schriftgrößen noch gut lesbar zu sein. Das große „I“ und das kleine „l“ sind gut voneinander zu unterscheiden. „b“, „d“, „p“ und „q“ sind gespiegelt.

Trebuchet MS: Eine serifenlose Schriftart. Auffällig ist das kleine „g“. Das große „I“ und das kleine „l“ sind gut zu unterscheiden. „b“, „d“, „p“ und „q“ sind gespiegelt.

Comic Sans MS: Eine serifenlose handschriftähnliche Schriftart, bei der die Buchtaben gut zu unterscheiden sind. Allerdings ist die Comic Sans in die Kritik geraten und gilt als nicht-seriöse Schrift. Comic Sans entspricht allerdings den Kriterien einer guten Schriftart für legasthene Menschen: Die Buchstaben haben eine eigene Form, sie hat ein Fibel-a und Fibel-g.

All diese Schriftarten gehören zu den Core fonts for the web. Das ist eine Reihe von Schriftarten, die für den Gebrauch im Internet standardisiert wurden. Die Schriften sind entweder vorinstalliert oder stehen zum freien Download zur Verfügung. Arbeitsblätter, die mit diesen Fonts erstellt werden, können ohne weiteres verbreitet werden.

Fazit: Auch wenn diese Schriftarten für gute Lesbarkeit entwickelt wurden, entsprechen sie nur selten den Bedürfnissen von legasthenen Menschen. Wer Texte für legasthene Menschen schreibt, sollte sich also gut überlegen, ob diese Schriftarten benutzt werden sollten oder nicht. Wie wir in dieser Blogreihe bereits gezeigt haben, gibt es gute und kostenlose Alternativen. Wer Arbeitsblätter für legasthene Kinder erstellt, sollte mit Ausnahme von Comic Sans MS gänzlich auf diese Schriftarten verzichten.

Lesen Sie auch:

Teil 1: Schriftarten für legasthene Menschen

Teil 2: OpenDyslexic

Teil 3: Andika Basic

Teil 4: Lexia Readable

Teil 5: Tiresias

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7 Pings/Trackbacks für "Schriftart: Vorinstallierte Fonts"
  1. […] wir vor kurzem die vorinstallierten Fonts genauer unter die Lupe nahmen, stellten wir fest, dass von diesen Fonts nur die Schriftart […]

  2. […] Menschen vorgestellt. Manche dieser Fonts haben ein Fibel-a und Fibel-g, wie z.B. AbeeZee und Comic Sans. Heute möchten wir einige weitere solche Fonts vorstellen. Auch sind gepunktete Schriften dabei. […]

  3. […] Vorinstallierte Fonts […]