Fördern mit Smartphones & Tablets

Fördern mit Smartphones und Tablets, Mario Engel, 20. EÖDL Fachtagung, Fachtagung, EÖDL, Legasthenie, Dyskalkulie, Legasthenietrainer, Dyskalkulietrainer, Vortrag, Eltern, Kinder, Sinneswahrnehmungen, ADHS

Mit seinem Vortrag „Fördern mit Smartphones & Tablets“ hatte sich Mario Engel kein einfaches Thema vorgenommen. Über Sinn und Zweck von Tablets und Smartphones im Unterricht ist schon viel geschrieben worden. Mario Engel zeigte, wie man diese sinnvoll im Training mit legasthenen und dyskalkulen Kindern einsetzen kann.
Der Vortrag war so gestaltet, dass jeder etwas mitnehmen konnte, egal ob Anfänger oder fortgeschrittener Nutzer. Mario Engel erklärte zunächst, dass Smartphones und Tablets inzwischen komplette Computerfunktionalität haben. Der Unterschied zwischen Smartphones und Tablets ist letztendlich nur die Telefonfunktion. Das Problem besteht darin, dass die meisten Nutzer die vielen Funktionen gar nicht kennen, geschweige denn benutzen. Durch die berührungssensitive Anzeige kann man mit beiden Händen am Tablet oder Smartphone arbeiten. Durch WLAN ist man fast jederzeit mit dem Internet verbunden. Websites werden ohne Problem komplett dargestellt und auch die Verbindung mit sozialen Netzwerken ist vorhanden.
Aber das sind nur wenige Möglichkeiten, die wohl allen bekannt sein mögen. Viel wichtiger ist es, wie man diese Geräte sinnvoll in das Training einbinden kann. Dabei betonte Mario Engel, dass diese Geräte die vielen Materialien nicht ersetzen sollen. Mit jüngeren Kindern ist Material, das man anfassen kann, um damit die Basissinne zu fördern, zu bevorzugen. Aber gerade ältere Kinder und Jugendliche sträuben sich schon mal dagegen und dann ist es sinnvoll, mit Smartphone oder Tablet eine Alternative zu bieten. So kann man den jungen Menschen auch das SMART in Smartphone zeigen. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Teenager bereits ein Smartphone besitzen, aber nicht wissen, wie sie dieses für ihre Bildung einsetzen können.
Was sind nun die Vorteile dieser Smartphones und Tablets?
Es gibt für jede erdenkliche Lernsituation eine App, ob man nun Matheformeln braucht, Texte lesen will oder die Rechtschreibung verbessern. Viele Schulbuchverlage bieten sogar passende Apps zu den Schulbüchern. Statt ellenlange Vokabellisten am Ende des Buchs zu pauken, kann man mit der passenden App lernen und sich abfragen lassen. Apps haben den Vorteil, dass viele gratis oder günstig zu kaufen sind. So kann man auf teure Softwarepakete für den Computer verzichten, da diese für die Kinder oft bald langweilig werden. Passende Apps finden Sie z.B. hier:

Jedes Smartphone oder Tablet ist ein vollwertiger eReader. So wird Bücherlesen für viele Jugendliche plötzlich attraktiver. Denn es geht nicht mehr um die Diskussion, ob ein Buch nicht doch haptischer sei als ein Smartphone, sondern darum, dass die Kinder erst einmal lesen.
Mit dem Notizblock kann man schnell Notizen machen, Ideen aufschreiben, kurze Texte aufschreiben. Auch hier darf man wiederum nicht vergessen, dass es für die Kinder kein Problem ist, direkt auf dem Bildschirm zu tippen.
Auch die eingebaute Kamera kann sinnvoll als Trainingsinstrument eingesetzt werden. Hier einige Ideen:

  • Machen Sie ein Foto von verschiedenen Objekten. Lassen Sie das Kind das Bild kurz anschauen und fragen sie dann, was es gesehen hat.
  • Machen Sie von verschiedenen Objekten ein Foto und zeigen Sie sie dem Kind. Das Kind soll sagen mit welchem Buchstaben das Wort anfängt oder endet. Oder versuchen Sie zu jedem Anlaut ein Objekt zu finden und fotografieren Sie das. So kann man ohne große Vorbereitung und ohne große Kosten die verschiedenen Sinneswahrnehmungsbereiche gezielt trainieren.

Die Smartphones bzw. Tablets können auch als Diktiergerät benutzt werden oder um Hörbücher anzuhören (zunehmend mit der Funktion gleichzeitig das Buch mitzulesen).
Schließlich zeigte Mario Engel einige Apps, die für Legasthenie- und Dyskalkulietrainer und -trainerinnen direkt für ihre Arbeit interessant sind.
Mit der App Scanner Mini kann man Arbeitsblätter problemlos einscannen, und daraufhin als Email oder sogar als Fax verschicken.

Mit der App Photon kann man den AFS-Test am ipad durchführen.

Mit den kostenlosen Apps des DVLD und EÖDL hat man jederzeit Zugriff auf deren verschiedenen Online-Inhalte: Die täglichen Zeitungen des DVLD und EÖDL, die Blogs, 30 Fragen und Antworten, usw. Diese Apps sind nicht nur für Trainer und Trainerinnen interessant, sondern auch für Eltern und Lehrkräfte und alle an der Thematik Interessierte.

Einige Trainer bestätigten, dass sie Tablets inzwischen als vollwertigen Computerersatz im Training einsetzen. Es gab aber auch kritische Stimmen, dass die Smartphones von den Kindern oft missbraucht werden (indem sie z.B. Videos von Lehrern machen und diese online stellen) und dass die Schulen diese deswegen verbieten.
Mario Engel konterte allerdings, dass bei den schnellen technischen Entwicklungen unsere Brillen bald Videos machen werden können und dass man diese wohl nicht verbieten kann. Das ist genau der Punkt, um den es geht: Nicht die Geräte sollen verteufelt werden, sondern die Kinder sollen lernen, wie man sie sinnvoll nutzen kann. Statt Bilder von Katzen anzuschauen und sich mit unbekannten Leuten zu streiten, soll man die Geräte benutzen, um Wissen aufzubauen und zu erweitern. Wie bereits erwähnt, es geht darum, das SMART im Smartphone zu nutzen. Das ist eine neue erzieherische Aufgabe der Eltern, Lehrkräfte, Trainer, Erzieher, usw.

Wir haben einen Audiomitschnitt des Vortrags gemacht, den Sie hier im Blog anhören können (je nach Schnelligkeit Ihrer Internetverbindung kann das Laden der Audiodatei etwas dauern):

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