Die Relevanz der Sinneswahrnehmungsleistungen für den Schreib-, Lese- und Rechenerlernprozess

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Auf der 20. Fachtagung sprach Dr. Astrid Kopp-Duller über „Die Relevanz der Sinneswahrnehmungsleistungen für den Schreib-, Lese- und Rechenerlernprozess“. Das Training der Sinneswahrnehmungen ist ein wichtiger Bestandteil der AFS-Methode, die vor über 20 Jahren von Dr. Kopp-Duller entwickelt wurde.

Es hat über die Jahre viel Gegenwind gegeben, vor allem von Leuten, die eher wenig mit der Praxis zu tun haben. Legasthene und dyskalkule Kinder haben eine besondere Informationsverarbeitung und Lernfähigkeit. Trotz normaler Intelligenz haben sie oft Schwierigkeiten mit dem Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens. Früher meinte man, es reiche, wenn man mehr verstärkt übe. Jeder, der mit legasthenen und dyskalkulen Kindern arbeitet, weiß, dass dies nicht stimmt. Erst ein gezieltes Training der Sinneswahrnehmungen führt zum Erfolg, da die Kinder aufgrund ihrer speziellen Informationsverarbeitung zunächst lernen müssen, genau hinzuschauen oder hinzuhören, je nachdem welche Sinnesbereiche betroffen sind.
Dazu kommt, dass heutzutage bei vielen Kindern – auch bei nicht-legasthenen und nicht-dyskalkulen Kindern – die Basissinne im Kleinkindalter zu wenig gefördert werden. Wir kennen alle die Filmchen auf youtube, in denen bereits 1-jährige wie Profis mit einem Tablet umgehen können. Während Tablets beim Training mit den Kindern ab einem bestimmten Alter durchaus ihre Berechtigung haben, so ist es unerlässlich, dass Kleinkinder ihre Umwelt direkt erfahren: mit Wasser und Sand spielen und dieses auch tatsächlich auf der Haut spüren, mit echten Klötzen Türme und andere Gebäude bauen (und auch wieder einstürzen lassen), herumlaufen, toben und tollen. Das brauchen Kinder, denn das schult ihre Basissinne.
Bereits in „Über die Seele“ sagte Aristoteles, „Es ist nichts im Verstand, was nicht zuvor in den Sinnen war“. Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Sinneswahrnehmungen von legasthenen und dyskalkulen Kinder geschult werden müssen. Das Training bezweckt das Verhalten der Kinder im Umgang mit Buchstaben und Zahlen zu verändern. Sie sollen lernen, genau hinzusehen und genau hinzuhören. So können sie auch ihre zeitweise Unaufmerksamkeit und Oberflächlichkeit in den Griff bekommen.
Ein Forschungsteam der Universität München hat in einer Studie im Februar 2014 bestätigt, dass ein Training in diesem Bereich vorteilhaft ist. Ein gezieltes Sinneswahrnehmungstraining führt zum Erfolg. Das ist schon seit 20 Jahren die Devise des EÖDL und die Erfolge der vielen Legasthenie- und Dyskalkulietrainer und -trainerinnen sprechen für sich.
Dr. Kopp-Duller schloss ihren Vortrag mit einem Zitat von Maria Montessori ab: „Sinne sind wesentlich. Was ich nicht wahrnehme, existiert nicht für mich.“ So schlug Dr. Kopp-Duller die Brücke von der Antike bis in die Moderne und gab den Trainerinnen und Trainern das Bewusstsein um die Relevanz intakter Sinneswahrnehmungsleistungen für den Schreib-, Lese- und Rechenlernprozess mit.

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