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Frau Dr. Lynn Bernstein, Psychologin in Florida, berichtete der Redaktion ausführlich über die Vorgangsweise amerikanischer Eltern legasthener Kinder.
In den USA werden legasthene Kinder zunächst einem Intelligenztest unterzogen. Liegen die Kinder unter dem Durchschnitt so werden sie im Unterricht weiter unterstützt und gefördert, aber nicht als "Learning disabeld" klassifiziert.
Nur legasthenen Kindern mit guter Intelligenz ist es vorbehalten als "lernbehindert" zu gelten.
Das klingt paradox, ist aber für diese Kinder ein Vorteil. Jeder Lehrer weiß nun, daß das Kind intelligent ist, aber aufgrund seiner anderen Wahrnehmung Probleme beim Lesen, Schreiben oder Rechnen hat. Dabei empfiehlt der Psychologe Trainingsmethoden und Maßnahmen, die der Lehrer einhalten sollte. Interessant ist hierbei, daß sich viele der Lehrer an diese Empfehlungen halten, da sonst die Eltern berechtigt wären, rechtliche Schritte gegen den Lehrer und die Schule einzuleiten. Eine der Maßnahmen ist zum Beispiel eine unbegrenzte Testzeit. Jeder, der ein Kind hat, welches große Probleme beim Fertigwerden hat, wird wissen was das für so ein Kind bedeuten kann.
Eine weitere Empfehlung der Psychologin ist, das betroffene Kind nur oder vermehrt mündlich zu beurteilen, auch im Gymnasium. Können Sie sich vorstellen, wie es für ihr Kind wäre, anstatt sechs Schularbeiten, sechs mündliche Leistungsüberprüfungen zu haben? Der Streß der Rechtschreibung wäre auf einmal keiner mehr.
Dieses amerikanische System zeigt aber nicht nur in Pflichtschule und höhere Schule diese Flexibilität, dieses System findet sogar seine Fortsetzung auf der Universität.
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