Bericht von der BDA

Einer von zehn Menschen wird als Legastheniker diagnostizert.  Was ist die Legasthenie und wie beeinträchtigt diese unsere Lern- und Unterrichtsziele? Diese Fragen stellten sich die Teilnehmer der British Dyslexia Conferenz. Claire Sabler-Landesmann nahm für uns teil und berichtet:

Während der Konferenz hatte ich die Möglichkeit mehrere Vorträge zu hören und einige prominente Spezialisten in Großbritannien kennenzulernen.  Ich habe auch mehrere Mitglieder der British Dyslexia Assoziation  getroffen und fand die Mitglieder sehr offen und hilfsbereit.  Ich traf mehrere Lehrer und Administratoren von privaten Schulen innerhalb Großbritanniens, die sich auf legasthene Kinder spezialisieren und auch Sommerprogramme offerieren. Ich möchte Euch bestimmte Merkmale  der Legasthenie verdeutlichen, damit auch die Kinder in Euren Klassen  Erfolg  haben und - was besonders wichtig ist - diesen Erflog auch erleben.

Die British Dyslexia Association definiert die Legasthenie als einen verbreiteten Zustand, der 10% der Bevölkerung in einem gewissen Grad betrifft. Lesen, Schreiben, Buchstabieren und manchmal auch Rechnen können einem Legastheniker Schwierigkeiten bereiten. Weiters hat ein Legastheniker  besondere Probleme mit der Planung und der Organisation von Arbeiten.  Auch das Gedächtnisvermögen ist beeinträchtigt. Die Stärken eines Legasthenikers sind Kreativität, individuelles und gutes abstraktes Vorstellungsvermögen und vieles  mehr (Tatkraft).  Wie können wir die Stärken fördern und die Schwachstellen kompensieren damit auch ein solcher Mensch positiv durch das Leben gehen kann? Gewisse notwendige Strukturen für den Erolg  des Legasthenikers zogen sich wie ein roter Faden durch alle von mir besuchten Vorträge.

A: "Learning to learn to learn" (Lernen zu lernen wie man lernt) Mit diesem kurzen Satz hat ein Redner die Wichtigkeit der Lernstrategien für einen Menschen mit Lernproblemen zusammengefasst.  Ein strukturiertes Programm das alles Neue immer wieder wiederholt und ins Lernen einbezieht ist von Notwendigkeit für so einen Lernenden.  Der Legastheniker braucht den "Handschlag" um jeden neuen Begriff  so rasch und effizient wie möglich in das Langzeitgedächnis aufzunehmen.  Wie lernt ein Legastheniker?  „So wie man einen Elefanten isst: Einen Bissen nach den anderen" (Mike Johnson).

B: In Englisch gibt es schon ziemlich viele Computerprogramme die einem Legastheniker das Schreiben und auch das Lesen vereinfachen.  Diese Programme ermöglichen dem Legastheniker auch sein Wissen, das er ja hat, weiter zu geben, ohne immer mit dem Problem seines Schreibvermögens  konfrontiert zu werden.

C: Es muss einem Legastheniker ermöglicht werden, sein vorhandenes Wissen zu vermitteln. Dafür braucht dieser mehr Zeit bei seinen Arbeiten. Diese Zeit sollte ein Mensch mit Legasthenie für sich beanspruchen und auch als sein Recht ansehen können. Dies ist besonders wichtig in Situationen wie Klassenarbeiten, Schularbeiten, standardisierten Tests, und allen Situationen wo er unter Zeitdruck steht. Alle Vorträge zeigten die Notwendigkeit, dass ein Mensch mit Lese- und Schreibschwierigkeiten genug Selbstvertrauen haben muss damit er für sich selbst die Hilfe fordern kann, die er braucht. Es sollen z.B. auch Schreibarbeiten auf dem Computer erlaubt werden, sowie die Möglichkeit, Notizen vom Mitschüler oder besser noch vom Lehrer zu bekommen. Die Erlaubnis Vorträge aufzunehmen, und die Erlaubnis mehr Zeit für schriftliche Arbeiten zu haben sollte jedem Legastheniker zustehen. Es ist wichtig sich daran zu erinnern, dass der Legastheniker fast alles schaffen kann wenn er die Struktur für seinen Erfolg  in sich integriert hat.

Claire Sabler-Landesmann
Sommerhaidenweg 57
1180 Wien
tel: 1-440-46-29
fax:1-440-22-17
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