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Man weiß heute durch aktuelle Forschungsergebnisse, dass Legasthenie und Dyskalkulie angeboren sind. Leider gibt es bis heute keine Untersuchungsmethoden, die bei einem Vorschulkind gesichert eine Legasthenie oder Dyskalkulie feststellen können, da man nur im Zusammenhang der Beschäftigung des Kindes mit Buchstaben- und Zahlensymbolen eine Beurteilung vornehmen kann und diese in der Vorschulzeit noch nicht ausgiebig möglich ist.

Es gibt jedoch Möglichkeiten, um die Sinneswahrnehmungsdefizite eines Kindes im Vorschulalter, die auf eine Legasthenie oder Dyskalkulie hinweisen können, festzustellen. Ein Grund für Wahrnehmungsprobleme - es gibt natürlich auch noch andere wie z.B. Reifedisproportionen - kann auch eine genbedingte, also im Kind vorhandene Legasthenie oder Dyskalkulie sein. Diese Kinder sollten möglichst frühzeitig auf das Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens vorbereitet werden, damit es in der Schule nicht zu groben Schwierigkeiten kommt. Dafür ist es aber notwendig, die Sinneswahrnehmungen besonders zu trainieren, welche nicht der Norm entsprechen. In diesem Zusammenhang muss man aber auch darauf hinweisen, dass es auch Kinder gibt, die in der Vorschulzeit große Probleme mit den Sinneswahrnehmungen haben, aber dass sie dies später beim Erlernen des Schreibens, Lesens und Rechnens nicht tangiert. Man sollte sich nur nicht auf diese Tatsache verlassen und einfach zuwarten.

Leider ist es für viele Eltern von nicht allzu großer Bedeutung, da es ja noch keinen Leistungsdruck bzw. Misserfolge gibt. Wenn die Kinder Defizite in den Sinneswahrnehmungsgebieten zeigen, sollte man den Kindern eine Förderung angedeihen lassen. Die Behauptung, "das wird schon werden", ist in diesem Alter des Kindes genauso fehl am Platz, wie auch später. Gerade in den Sinneswahrnehmungsgebieten geschieht zumeist nichts von selbst, und ohne gezielte Förderung bleibt das Kind irgendwann auf der Strecke.

Wann spricht man von einer Legasthenie oder Dyskalkulie und warum ist es im Vorschulalter nicht möglich, eine Legasthenie bzw. Dyskalkulie zu diagnostizieren?

Legasthene und dyskalkule Menschen haben differente Sinneswahrnehmungen. Man benötigt verschiedene funktionierende Sinneswahrnehmungen, damit man ohne Schwierigkeiten schreiben, lesen und rechnen kann. Diese differenten Sinneswahrnehmungen bewirken eine zeitweise stattfindende Unaufmerksamkeit beim Schreiben, Lesen und/ oder Rechnen. Durch diese Unaufmerksamkeiten kommt es zu sogenannten Wahrnehmungsfehlern.

Zusammenfassend bedingen differente Sinneswahrnehmungen also eine zeitweise Unaufmerksamkeit. Diese führt dazu, dass das Kind  Wahrnehmungsfehler, landläufig von Laien auch als Rechtschreibfehler bezeichnet, macht. Nun ist es im Vorschulalter nicht möglich, Defizite im Schreib-, Lese- und Rechenbereich und die damit verbundene zeitweise Unaufmerksamkeit zu beobachten, weil die Kinder diese Tätigkeiten noch nicht durchführen. Deshalb ist es auch nicht möglich, im Vorschulalter eine Legasthenie bzw. Dyskalkulie zu diagnostizieren. Aufgrund von Familiengeschichten - zumeist hat ein legasthenes oder dyskalkules Kind Verwandte, die unter den gleichen Problemen leiden - lässt sich dies aber schon oftmals durch Beobachtungen der Eltern oder Kleinkindpädagogen vermuten. Gezielte Hilfe muss einsetzen!